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Der Wald im Trockenstress - die ersten Schäden sind sichtbar

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Die meisten Menschen freuen sich über den schönen Sommer, den Landwirten in Bayern bereitet das Wetter in diesem Jahr jedoch Sorgen. Die Pflanzen auf den Feldern leiden unter dem Wassermangel, was vielerort, auch bei uns im Landkreis Amberg-Sulzbach, zu spürbaren Ernteeinbußen führt. Die Trockenheit und Hitze der vergangenen Wochen macht aber auch unseren Bäumen mehr und mehr zu schaffen.

 

Es ist noch nicht der Herbst - die ersten Trockenschäden werden sichtbar

 

Laut der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) sind die Wasserspeicher in den Waldböden derzeit so gering wie im Jahrhundertsommer 2003. Der Juli war in Bayern der viertheißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Gleichzeitig war dieser Monat auch besonders trocken. Seit dem Jahr 1881 fiel lediglich in acht anderen Jahren zuvor weniger Regen als heuer. Mittlerweile hat es zwar wieder etwas geregnet, der Niederschlag war aber regional sehr unterschiedlich verteilt und war in der Menge bisher bei Weitem nicht ausreichend, um die Situation zu entspannen.

Der extreme Trockenstress unter dem die Bäume nun schon seit geraumer Zeit leiden, wird jetzt langsam auch für uns sichtbar. Immer häufiger fallen Laubbäume auf, die ihre Blätter einrollen, braun verfärben oder letztlich ganz abwerfen. In Abhängigkeit vom Standort scheint es derzeit Birken, Rotbuchen und Linden besonders schlecht zu gehen.

 

Trockenschaden an einer Hainbuche

 

An den Nadelbäumen, insbesondere an den Fichten, fallen gehäuft schüttere Kronen auf, die dem Befallsbild des Borkenkäfers sehr ähnlich sind. Die ersten Fichten sterben bereits vollständig ab. Die Kiefern kommen hingegen infolge ihrer guten Anpassung an trockene Standorte mit der herrschenden Trockenheit sehr gut zurecht.

Während die Waldbesitzer bei den Laubbäumen noch darauf hoffen können, dass diese trotz vollständiger Entlaubung wieder austreiben, ist die Situation bei den Fichten kritischer zu beurteilen.

Da die Fichten als immergrüne Bäume, anders als unsere Laubbäume, nicht darauf ausgelegt sind, in jedem Frühjahr neue Nadeln zu bilden, bedeutet ein kompletter Nadelverlust das Absterben der Bäume. Selbst eine stärkere Kronenverlichtung kann bei Fichten noch Monate später das Absterben zur Folge haben. Die verlichteten Bäume sind zumindest so geschädigt, dass sie anfälliger für Schädlingsbefall sind. Der Trockenstress unter dem die Bäume stehen begünstigt also auch eine mögliche Borkenkäferkalamität sowohl durch den Buchdrucker, als auch durch den Kupferstecher.

Für die Waldbesitzer bedeutet dies, ihre Bestände neben Borkenkäferbefall auch auf Trockenschäden zu kontrollieren. Während bei geschädigten Laubbäumen noch bis zum nächsten Frühjahr abgewartet werden kann, sollten die durch Trockenheit geschädigten Fichten breits bei stärkerer Kronenverlichtung entnommen und aufgearbeitet werden um wirtschaftliche Einbußen zu vermeiden und die Gefahr eines folgenden Borkenkäferbefalls zu minimieren.

 

Beginnende Kronenverlichtung an Fichte

 

Wie bei anderen Kalamitäten (z. B. Windwurf, Schneebruch oder Borkenkäferbefall) können Waldbesitzer auch bei Trockenschäden eine Anmeldung zur Holznutzung infolge höherer Gewalt beim Bayerischen Landesamt für Steuern einreichen um für das Schadholz steuerliche Vergünstigungen geltend zu machen.

Hier kommen Sie zu dem aktuellen Formular für die Anmeldung und Nachweis über Schäden infolge höherer Gewalt.

Wenn es in Ihrem Wald zu Trockenschäden gekommen sein sollte und Sie sich unsicher sind, ob Sie bezüglich der geschädigten Bäume etwas unternehmen müssen oder Sie Hilfe bei der Aufarbeitung benötigen, beraten wir Sie gerne.

Auch bei Fragen über die Möglichkeiten zum Holzverkauf des Schadholzes, der Anmeldung Ihrer Kalamität beim Landesamt für Steuern und natürlich den aktuellen Holzpreisen, stehen wir Ihnen zur Verfügung. Dieser Service ist für Sie selbstverständlich kostenlos.

Melden Sie sich einfach bei uns im Büro: Tel. 09622 - 12 69