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Kulturbegründung - Wann lohnt sich die Verwendung von Ballenpflanzen?

In der laufenden Pflanzsaison Herbst 2015 / Frühjahr 2016 haben wir bisher über 70.000 junge Bäume gepflanzt. Ein Teil davon waren notwendige Nachpflanzungen in Kulturen in denen es, bedingt durch die extreme Trockenheit im letzten Sommer, hohe Ausfälle gab.

Auch in Kulturen unserer Waldpflegevertragsflächen mussten wir teilweise erhebliche Ausfälle nachbessern. Hier hat sich in diesem Jahr jedoch deutlich gezeigt, dass in Weißtannenkulturen, die wir mit Ballenpflanzen begründet haben, wesentlich weniger Verluste durch die Trockenheit aufgetreten sind, als auf den Kultur-flächen, die mit wurzelnackten Tannen angelegt wurden. Zuvor hatte sich im Frühjahr bereits gezeigt, dass die Ballenpflanzen den sonst bei der Tanne meist schwerwiegenden Pflanzschock besser verkraftet hatten und die Bäumchen, unter vergleichbaren standörtlichen Verhältnissen, mit sehr viel größeren Jahrestrieben in das Jahr gestartet sind als die wurzelnackten Weißtannen.

 

Kein Pflanzschock - die Tanne ist nach der Pflanzung ohne Wuchsstockung weitergewachsen

 

Diese Beobachtungen bestätigen genau das, was wir den Waldbesitzern seit geraumer Zeit empfehlen, nämlich die Verwendung von Ballenpflanzen, insbesondere bei der Weißtanne als "Pfahlwurzler" und der, bei der Pflanzung extrem empfindlichen, Douglasie.

Ballenpflanzen haben bei diesen beiden Baumarten mittlerweile einen deutlich steigenden Anteil an den von uns gepflanzen, bzw. an die Waldbesitzer gelieferten Bäumchen. Bei der Douglasie ist die Verwendung von Ballenpflanzen inzwischen eher sogar die Regel, als die Ausnahme.

 

Anteil Ballenpflanzen Weißtanne - Pflanzsaison Herbst 2014 / Frühjahr 2015

Anteil Ballenpflanzen Douglasie - Pflanzsaison Herbst 2014 / Frühjahr 2015

 

 

 

 

 

 

 

 

Was versteht man unter Ballenpflanzen?

Unter dem Oberbegriff Ballenpflanzen versteht man alle Pflanzen, die im Gegensatz zu "wurzelnackten" Pflanzen so erzeugt, bzw. ausgehoben werden, dass an der Wurzel die Erde in Form eines Ballens belassen wird. Dabei werden Ballenpflanzen, die in Behältnissen kultiviert werden, abhängig vom Volumen des Behälters als Topfpflanzen (Inhalt < 2 Liter) oder Containerpflanzen (Inhalt > 2 Liter) bezeichnet.

Die Pflanztöpfe, bzw. Container können aus verschiedensten Materialien bestehen und die unterschied-lichsten Größen, Formen und Farben aufweisen. Die Häufigsten Typen sind Hartwandcontainer/ -töpfe aus Kunststoff und Weichwandcontainer/ -töpfe aus Naturfasern oder auf Basis von Pappe.

 

Was sind die Vorteile von Ballenpflanzen?

Ballenpflanzen wurden im größeren Stil erstmals in den 1980er Jahren im Hochgebirge bei der Lawinen-verbauung eingesetzt, In diesen unzugänglichen Gebieten, mit extremen Witterungseinflüssen und den oft felsigen und schwachgründigen Böden, wiesen die kostenintensiven Ballenpflanzen deutlich höhere Überlebensraten auf, als wurzelnackte Pflanzen. Seitdem wurden die Containertypen und Anzucht-techniken, auch in Hinblick auf die Kosten, immer weiter verbessert. Heute sind Ballenpflanzen zwar immer noch teurer als die Standardpflanzen, die vielen Vorteile stehen jedoch dem höheren Preis entgegen:

 

Vorteile Ballenpflanzen

 

 

Hat die Verwendung von Ballenpflanzen auch Nachteile?

Neben dem Nachteil des relativ hohen Preises, kann es bei der Verwendung von Ballenpflanzen aber auch Probleme geben. Die meisten Nachteile stehen dabei mit einer mangelhaften Qualität der Pflanzen, d. h. mit falscher Antzuchttechnik (für die Pflanzen ungeeignete Topf-/ Containertypen, unpassendes Topfsubstrat etc.) und/oder falscher Pflanzenbehandlung in Zusammenhang.

 

Nachteile Ballenpflanzen

 

 

Fazit

Topf- und Containerpflanzen sind, je nach Sortiment und Größe, bis zu 1,00 € teurer als entsprechende wurzelnackte Forstpflanzen. Da gerade bei der Wurzelentwicklung die Qualtität stark von der Anzucht-methode, dem Substrat, der Form und der Größe des Topfes oder Containers abhängt, ist es unerläßlich stichprobenartig die Qualität der Wurzeln durch freilegen der Bewurzelung zu prüfen, um eventuelle Wurzeldeformationen oder Spiralwuchs ausschließen zu können.

Stimmt die Qualität der Ballenpflanzen, lohnt sich die Verwendung auf jeden Fall da, wo die Vorteile besonders zum Tragen kommen:

  • Auf schwierigen Standorten, wie trockene und felsige Böden; hier kann der Anwuchserfolg entscheidend verbessert und aufwendige Nachbesserungen minimiert werden
  • Bei Baumarten mit empfindlicher Wurzel (z.B. Douglasie, Kiefer) und bei Baumarten mit Pfahlwurzel (z.B. Weißtanne, Eiche); hier gewährleistet die Verwendung von Ballenpflanzen eine gute und stabile Wurzelentwicklung, die Wurzeln sind vor Verletzungen und Austrocknung geschützt

 

Zur Zeit sind die Bedingungen für die Pflanzung optimal. Über uns können Sie die Forstpflanzen für Ihre Kultur oder Nachbesserung zu Vorteilspreisen erwerben. Wir können für Sie sämtliche Sortimente und Größen, die meisten natürlich auch als Ballenpflanzen, beziehen.

Gerne sind wir Ihnen auch bei der Auswahl der geeigneten Pflanzen für Ihre Maßnahme behilflich und stehen Ihnen auch für sämtliche sonstige Fragen rund um die Kulturbegründung zur Verfügung.

 

So erreichen Sie uns:

Tel.: 09622 - 12 69

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