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Eichenprozessionsspinner auf dem Vormarsch - Gesundheitsrisiko für den Menschen

Der Eichenprozessionsspinner, ein in Bayern bis 1995 eher selten vorkommender Schmetterling, hat sich in den letzten 20 Jahren vor allem in den trocken-warmen Regionen von Unter- und Mittelfranken, sowie im westlichen Oberfranken stark vermehert und ist in diesen Gebieten mittlerweile fest etabliert.

Im Jahr 2014 trat der Eichen-Schädling auch bei uns im Landkreis Amberg-Sulzbach zum ersten Mal in Erscheinung. Im letzten Jahr wurden Fraßschäden und Raupennester bereits an mehreren Stellen gesichtet. 2016 hat der Eichenprozessionsspinner die Stadt Amberg erreicht und an Eichen im Stadtgraben und am Mariahilfberg seine Eier abgelegt, aus denen sich seit Anfang Mai hunderte Raupen entwickelt haben.

Neben den Fraßschäden am Wirtsbaum - es können alle heimischen Eichenarten inkl. der amerikanischen Roteiche befallen werden - liegt das Hauptgefahrenpotenzial in den giftigen Raupenhaaren, die beim Menschen schwere allergische Reaktionen hervorrufen können.

Dies ist erst kürzlich auf dem Spielplatz des Gasthauses Kopf in Altmannshof geschehen, auf dem sich in der Krone einer Eiche ebenfalls Raupen des Prozessionsspinners, zunächst unbmerkt, entwickelt hatten. Sieben Kinder mussten medizinisch versorgt werden, nachdem sie mit den Brennhaaren in Berührung gekommen waren. Vom Eigentümer wurde der Spielplatz daraufhin sofort abgesperrt.

 

Eichenprozessionsspinnernest in Eichenkrone

 

Die Absperrung des gefährdenden Geländes ist der erste Schritt, die akute Gefahr für den Menschen abzuwehren. Ist eine langfristige Sperrung nicht möglich, muss die Bekämpfung der Raupen mit der vollständigen Beseitigung der Raupennester erfolgen. Privatpersonen sollten aber auf keinen Fall versuchen, die Schädlinge selber zu unschädlich zu machen. Für die mechanische Entfernung sind nämlich erhebliche Sicherheitsvorkehrungen notwendig und sollte nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden.

Bei der befallenen Eiche auf dem Spielplatz des Gasthauses Kopf wurde unserer Partnerfirma, die Helm & Feuchtmeyer GmbH & Co. KG mit der Beseitigung der Raupennester beauftragt. In einem mehrstündigen Einsatz wurden hierbei insgesamt 15 Raupennester entfernt und sachgemäß entsorgt.

 

Näheres über die Bekämpfungsmaßnahme in Altmannshof lesen Sie hier:

Eichenprozessionsspinner legt eine Woche Gasthof-Spielplatz lahm - Sieben Kinder verletzt: Wirt handelt sofort (Artikel Onetz v. 09.07.2016) - Die Kosten sind übrigens doch nicht so hoch ausgefallen, wie Herr Kopf befürchtete


Wenn Sie mehr über die Verbreitung, die Lebensweise, das Gefährdungspotenzial und die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners erfahren möchten:

Eichenprozessionsspinner (LWF Merkblatt Nr. 15)